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Sonntag, 21. Februar 2016

Russisch kochen Teil 5: Schaschlik

Echtes russisches Schaschlik wird nicht einfach gegrillt, sondern mit waffenartigen Spießen über dem Grill erdolcht. Diese Spieße heißen Schampura und haben sich aus dem arabischen Raum über den Kaukasus in Russland verbreitet. In Deutschland kann man Schampura bei den üblichen Versandhändlern online bestellen.


In Russland wird das Fleisch oft in mundgerechten Stücken eingefroren und in Eimern verkauft:

Im Sommer ist das kein Problem, weil man das Fleisch neben dem Grill oder in der Sonne auftauen lassen und dann auseinander brechen kann. Schwieriger wird es im Winter - aber natürlich findet ein echter Fan des Gillens immer einen Weg:


Die Spieße oben im Bild sind Schampura. Es finden allerdings auch käfigartige Konstruktionen Verwendung:


Nun, wie legt man das Fleisch am besten ein? Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Ich habe hier (für Pute) eine Marinade aus saurer Sahne, Lorbeerblättern, Dill und Pfeffer und Salz hergestellt. Wer mag, kann auch Zwiebel und Knoblauch dazu tun. Das ganze wird über Nacht zum Ziehen in den Kühlschrank gestellt.


Mittwoch, 17. Februar 2016

Russisch kochen Teil 4: Piroshki-Rezept

Ab und zu probiere ich noch russische Rezepte aus. Heute sollen es die berühmten Teigtaschen werden: Piroshki. 


Das folgende Rezept kommt von einer Freundin aus Russland. Es kommen dabei je nach Füllmenge und Größe 20-30 Stück heraus. 
Ich habe drei verschiedene Füllungen ausprobiert: Hackfleisch, Marmelade, und Kartoffel-Ei.

Für den Teig:
Mehl - 1 kg
Milch - 1 großes Glas
Wasser - 1 großes Glas
Eier - 1 rohes
Hefe - 25 g (ich habe 2 Tütchen Trockenhefe genommen)
Zucker - 80 g
Pflanzenöl - ein halbes Glas

Für die Füllung: 
Zwiebel - 2 große
Hackfleisch - 200 g
(wer auf Kraut steht, kann das ganze mit 300 g Weißkohl strecken)
Eier - 1 rohes
Kartoffeln - 3 große (mehlig bis festkochend)
Eier - 4 gekochte
Marmelade - 1 Glas
Dill, Salz, Pfeffer, optional weitere Gewürze nach Geschmack
Optional: wasserlose Rinderbouillon wie diese

Zubereitung Teig: 
1. Hefe in Wasser-Milch-Gemisch auflösen
2. Zucker, Salz, Ei und Öl hinzurühren
3. Mehl hinzufügen und kräftig durchrühren
4. An einen warmen Ort stellen
Tipp: auf eine Wärmeflasche setzen: Der Teig wird sich aufblähen wie ein Kugelfisch. Zwei oder drei Mal soll man den Teig wieder nach unten drücken, dann ist er bereit zur Weiterverarbeitung.


Das Kneten kades Teigs nn per Hand besser funktionieren als mit einem Rührgerät - meins hat aufgegeben und der Teig hat die Knetstäbe gefressen. Wer in dem Bild oben genau schaut, sieht die Stäbe.

4. Hackfleischfüllung: Zwiebel kleinhacken und zusammen mit dem Hackfleisch und einem Ei durchbraten, gut würzen. Wer Weißkohl dazunehmen will, sollte ihn separat in etwas Wasser halb fertig garen und dann erst zum Hackfleisch dazugeben. Dazu kann dann Dill gemischt werden.

5. Marmeladenfüllung: Marmeladenglas öffnen ;-)

6. Kartoffel-Ei-Füllung: gekochte Eier schälen und hacken; Kartoffeln schälen, kochen und kleinschneiden. Mit Dill, Pfeffer und Salz gut würzen und mischen.

7. Ein Blech mit Backpapier vorbereiten, Öl darauf verteilen, und die Hände mit Öl einschmieren, damit der Teig nicht zu stark klebt.

8. Ein Stück vom Teig abreißen (vielleicht eine halbe Handvoll), flach drücken, einen gehäuften Esslöffel von einer der Füllungen hinzugeben (gerne mehr als im Bild) und zu einem Brötchen zusammendrücken, indem man die Ränder nach oben zieht und durch Drücken miteinander verklebt:


9. Im Ofen bei 150 Grad backen bis sie außen hellbraun aussehen. Optional können sie vorher etwas vorgebacken werden, indem man sie 10 Minuten lang bei 50 Grad aufgehen lässt. 
Alternativ zum Backen kann man sie auch in einer Pfanne in Öl braten.
10. Optional kann man ein Töpfchen Rinderbouillon nehmen, die gelantineartige Masse etwas geschmeidig rühren und mit einem Lebensmittelpinsel auf die fertigen Piroshki auftragen. Das gibt einen zusätzlichen, kräftigeren Geschmack.


Mit dem Zug von Frankfurt nach Moskau

Die "Zeit" titelte so schön: "Geisterzug aus Moskau". Es gibt also russische Züge auf Deutschlands Bahnhöfen, die zwar anhalten, aber nicht angesagt werden. Man findet die Verbindung auf bahn.de, aber kaufen kann man die Tickets nicht. Wir fragten daher das Reisebüro unseres Vertrauens, deren freundliche Mitarbeiter uns neben den Platzreservierungen auch gleich die Visa für Russland und die Transitvisa für Weißrussland besorgen konnten. Die Zugtickets selbst sind erst zwei Monate vor dem Reisebeginn buchbar, deshalb war es sinnvoll, erst mit der Beantragung den Visa zu beginnen, die jeweils 3-4 Wochen Bearbeitungszeit benötigen.

Los gehen soll es in der Nacht von Samstag auf Sonntag um zwei Uhr morgens vom Frankfurter  Südbahnhof; Ankunft ist nach 30 Stunden um 10 Uhr morgens in Moskau.

Meine Großmutter hat zu Sowjetzeiten eine solche Zugreise gemacht, allerdings bis nach Odessa in der heutigen Ukraine. Sie erzählte mir, das an der polnisch-weißrussischen Grenze nahe der Stadt Brest die Spurweite der Schienen wechselt und dass das Fahrgestell unter den Zügen einfach ausgetauscht wird, ohne dass jemand den Zug verlassen muss. Bei Youtube fand ich eine Videoaufnahme davon: Spurwechsel.

Sie erzählte weiter, dass es schöne, luxeriöse Züge mit Teppichen waren. Deshalb schlief sie nur mit einem Schuh in der Tür ihres Abteils: Denn es gab kleine Öfen in den Wagen, die mit Kohlen beheizt wurden, und deren Türchen wohl ab und zu offen standen. Sie malte sich aus, dass Kohle auf den Teppich fallen und den Zug in Brand stecken könnte, und sie wollte möglichst früh vom Rauchgeruch geweckt werden.
Diese Öfchen gibt es immer noch, aber die Teppiche habe ich nie gesehen, möglicherweise aus ebendiesem Grund... ;-)

Update: Möglicherweise lassen sich die Tickets an Schalter der Deutschen Bahn kaufen, denn die Fahrkarten sind auf typisch-Deutsche-Bahn-Papier gedruckt.
Außerdem ist der Zug zumindest am Frankfurter Südbahnhof gelistet - sogar auf dem Wagenreihungsplan mit Angaben über Wagennummern: